Die dunkle Jahreszeit beginnt – Stader Polizei gibt Tipps und stellt Kampagne vor

Stade (ots) – Im Rahmen eines Pressegesprächs haben die Beauftragte für Kriminalprävention Polizeioberkommissarin Svenja Wigger und Polizeisprecher Polizeihauptkommissar Rainer Bohmbach am heutigen Vormittag die aktuelle Kampagne der Polizei zum Thema „Einbruchschutz“ vorgestellt.

Auch im Landkreis Stade sind in den vergangenen Jahren die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Häuser erheblich angestiegen. Waren noch in den Jahren von 2006 bis 2013 im Durchschnitt 250 bis 300 Fälle im Jahr aufgetreten, kam es in 2014 zu 366 und in 2015 zu 566 Taten.

Dabei gehen die Ermittler davon aus, dass einerseits Tätergruppierungen von außerhalb organisiert vorgehen und die Einbrüche im Hamburger Umland begehen. Gerade die Ortschaften, die über den öffentlichen Nahverkehr und über die großen Einfallstraßen gut zu erreichen sind, werden vermehrt heimgesucht.

Andererseits gibt es aber auch örtliche Täter, die die Einbrüche verüben, dann die Beute an Hehler weiter geben um sich so z. B. ihren Drogenkonsum zu finanzieren.

Ein Großteil der Bürger rechnet nicht damit, selbst einmal betroffen zu sein, doch die aktuelle Kriminalstatistik spricht eine klare Sprache:

Die Täter kommen meist tagsüber über leicht erreichbare Fenster oder Türen in Wohnungen und Häuser und verursachen dabei einen jährlichen Schaden von über 440 Millionen Euro. Immer wieder bestätigen Betroffene, dass dabei der materielle Wert nicht das Ausschlaggebende ist: Das Gefühl, jemand habe persönlichste Dinge berührt und könne gefühlt jederzeit wiederkommen, beschäftigt viele monatelang. Manche Gegenstände, die durch den Täter entwendet werden, haben für die Betroffenen einen hohen, ideellen Wert, weil es sich dabei um Erbstücke, Geschenke oder Andenken handelt.

Mit der Zahl der Einbrüche ist aber auch die Zahl der gescheiterten Einbruchsversuche angestiegen. Über ein Drittel der versuchten Einbrüche blieben letztes Jahr erfolglos, was größtenteils an erfolgreichen Präventivmaßnahmen liegt. Die Statistik zeigt also, wie wirkungsvoll Präventionsmaßnahmen sein können.

Hier einige Tipps, was Sie bereits jetzt tun können:

– Pflegen Sie auch in der dunklen Jahreszeit Kontakt zu Ihren Nachbarn – dann haben Einbrecher weniger Chance
– Achten Sie auf Gefährdungen und verdächtige Situationen
– Halten Sie in Mehrfamilienhäusern Keller- und Bodentüren stets geschlossen – ebenso den Eingang (auch tagsüber!) und prüfen Sie, wer ins Haus will, bevor Sie den Türöffner drücken.
– Achten Sie auf Fremde im Haus oder Nachbargrundstück und sprechen Sie sie an.
– Sorgen Sie dafür, dass die Wohnung länger abwesender Nachbarn einen bewohnten Eindruck vermittelt, z.B. durch Leeren des Briefkastens.
– Alarmieren Sie bei Hilferufen, einer ausgelösten Alarmanlage und dringenden Verdachtsfällen über Notruf 110 sofort die Polizei! – Verschließen Sie Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit
– Auch wenn Sie Haus und Wohnung nur kurzzeitig verlassen: Ziehen Sie die Tür nicht nur ins Schloss, sondern schließen Sie immer zweifach ab.
– Deponieren Sie Ihren Haus- oder Wohnungsschlüssel niemals außerhalb Ihrer Räume: Einbrecher kennen jedes Versteck!
– Lassen Sie bei einer Tür mit Glasfüllung nicht den Schlüssel von innen stecken!
– Öffnen Sie auf Klingeln nicht bedenkenlos, sondern zeigen Sie gegenüber Fremden ein gesundes Misstrauen: Mit einem Weitwinkel – Türspion (mind. 180 Grad) oder einer Türsprechanlage, ggf. kombiniert mit einer integrierten Videokamera, wissen Sie, wer zu Ihnen will. Mit einem vorgelegten Sperrbügel können Sie im abgesicherten Zustand der Tür mit demjenigen vor der Tür sprechen.
– Lassen Sie Wertsachen nicht offen herumliegen. Kennzeichnen Sie Ihre Wertgegenstände und erfassen Sie die wichtigsten Daten in einer Wertsachenliste (erhältlich bei Ihrer Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle und zum Download über www.k-einbruch.de)
– Fertigen Sie Farbfotos an.
– Vermeiden Sie dichte Bepflanzung vor dem Haus.
– Beleuchten Sie einbruchgefährdete Bereiche z.B. mithilfe von Bewegungsmelder
Mechanische, in Ergänzung auch elektronische, sicherungstechnische Einrichtungen tragen im Weiteren ganz wesentlich dazu bei, Ihr Haus / Wohnung vor Einbruch zu schützen. Auch im Nachhinein kann der Einbruchschutz bei Türen und Fenster noch deutlich verbessert werden. Fenster werden häufig aufgehebelt. Einen guten Schutz bieten einbruchhemmende Fensterbeschläge oder Zusatzsicherungen.

Abschließbare Fenstergriffe sind grundsätzlich nur in Verbindung mit einem einbruchhemmenden Beschlag sinnvoll. Gitterroste von Kellerlichtschächten sollten mit Abhebesicherungen gesichert werden. Vertiefende Informationen dazu erhalten Sie online auf der Internetseite www.k-einbruch.de oder auf der Polizeidienststelle in Ihrer Nähe.

Oder besuchen Sie am Tag des Einbruchschutzes -dem 30.10.2016- die Informationsveranstaltung Ihrer Polizeiinspektion Stade!

Wir berichten Ihnen wie Einbrecher vorgehen, worauf sie es abgesehen haben und natürlich wie Sie sich am besten davor schützen können.

Auch das Beantworten von Individualfragen soll an dieser Stelle nicht zu kurz kommen!

Wo?:

Polizeiinspektion Stade Teichstraße 10, 21680 Stade Sonntag, 30.10.2016, 15:00 Uhr

Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes geht ungewöhnliche neue Wege, um über die Gefahr von Wohnungs- und Hauseinbrüchen zu informieren. Für die Initiative K-EINBRUCH wurde eine eigens konzipierte YouTube-Serie entwickelt.

Die dokumentarisch angelegte Serie begleitet den fiktiven Einbrecher „Die Elster“ auf seinen chaotischen Streifzügen und zeigt auf, wie leicht es mitunter ist, sich Zutritt zu scheinbar sicheren Immobilien zu verschaffen.

Viele Wohnungen und Häuser sind leichtes Ziel für Einbrecher: „Wir wollen mit unseren Videos auf humorvolle Weise darauf aufmerksam machen“, sagte Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention. Die Miniserie sehen Sie unter