Feuerwehr Guderhandviertel übt zusammen mit der KFB Stade

Am Samstag übten die Züge der Kreisfeuerwehrbereitschaft (KFB) Stade im kleinen Ort Fredenbeck, im südlichen Landkreis. Auch die Freiwillige Feuerwehr Guderhandviertel war mit dabei, da sie mit ihrem Löschgruppenfahrzeug 8/6 als Bestandteil des Fachzuges Technische Hilfeleistung in die KFB integriert ist.

Um 8 Uhr war für die Kameraden_innen der FF Guderhandviertel sammeln am Feuerwehrgerätehaus und von dort ging es zum Sammelpunkt der Fachzuges nach Neukloster. Nach dem alle Fahrzeuge Aufstellung genommen hatten, begrüßte der Zugführer Sven Vogt alle Anwesenden, freute sich um einige Neulinge in der Runde, und ließ noch einmal die

Das LF 8/6 der Feuerwehr Guderhandviertel an der FTZ Stade
Das LF der Feuerwehr Guderhandviertel an der FTZ Stade. (c)S.Schlemmer

Besonderheiten der Fahrzeuge im Fachzug Technische Hilfeleistung erklären. Anschließend kam der Abrückbefehl und die in Neukloster versammelten Fahrzeuge fuhren zum Treffpunkt am Ortseingang von Fredenbeck, einem Neubaugebiet.

Hier stand unser Fachzug eine ganze Weile in Bereitschaft bevor wir gegen 10:25 Uhr zum „Einsatz“ angefordert wurden und mit einer entsprechenden Anfahrt zum Übungsobjekt fuhren. Auf den Fachzug warteten zwei verschiedenen Einsatzlagen:

  • Rettung von Unfallopfern aus ihren PKW
  • Rettung einer Person aus dem 1. Obergeschoss einer Scheune mittels Schleifkorb

Die Feuerwehr Guderhandviertel wurde zum Einsatz Personenrettung aus dem 1. OG. eingeteilt und unterstützte die Kameraden aus Harsefeld. Zum Einsatz kamen dabei die Schleifkorbtrage und eine 2-teilige Steckleiter. Dieses Szenario konnten alle Beteiligten schnell und ohne Zwischenfälle lösen. Ein nachgeforderter Notarzt konnte leider nur noch den Tod unserer geretteten Person (einer Puppe :-)) feststellen.

Kurze Pause während der Übung in Fredenbeck
Eine kurze Pause zwischen den beiden Einsatzszenarien. (c)S. Schlemmer

Danach gab es für die Kameraden_innen erst einmal eine kleine Pause zum verschnaufen und um die Sonne zu genießen.

Nach der kurzen Pause wurden alle Gruppenführer zum Zugführer gerufen und dieser teilte eine neue Lage mit. Es sollten sich alle Atemschutzgeräteträger (AGT) ausrüsten und sammeln. 17 Mann (SB) rüsteten sich daraufhin aus und sammelten sich am ELW, dem Führungsfahrzeug, und es ging im Gänsemarsch zur Unterstützung der anderen Fachzüge zum Nachbargebäude, einem alten Bauernhof.

In dem Gebäude sollten sich laut Einsatzleitung noch Personen befinden, die schnell vor „Rauch und Flammen“ gerettet werden sollten. Die 4 AGT der FF Guderhandviertel erhielten als Einzelauftrag den linken Gebäudeteil zu durchsuchen, von Keller bis Dachgeschoss. Dies wurde von ihnen auch souverän erledigt, jedoch keine weitere Person mehr gefunden. Anschließend hieß es ablegen und Geräte wieder herrichten. Gegen 12 Uhr wurde die Übung dann vollständig beendet und alle räumten auf.

Ab ca. 12:15 Uhr und einer kleinen Rede vom Kreisbrandmeister Peter Winter, der allen Kameraden_innen für ihre Teilnahme danke und sich freute, dass auch das DRK mit echten Auszubildenden teilnahm, gab es für alle eine Portion Erbsensuppe vom Johanniter Kreisverband Stade. Anschließend ging es für fast alle Feuerwehrkräfte mit einem kleinen Umweg über die Feuerwehrtechnische Zentrale (FTZ) in Stade-Wiepenkathen zurück zum Heimatstandort, bei uns natürlich ins Feuerwehrgerätehaus Guderhandviertel.

Für Feuerwehreinsteiger ganz einfach erklärt:

KFB = Kreisfeuerwehrbereitschaft. Nach den großen Waldbränden in den 1970iger Jahren wurde die Landkreise im Land Niedersachsen verpflichtet sog. Kreisfeuerwehrbereitschaften einzurichten und zu unterhalten. Diese werden überwiegend in der überörtlichen Hilfe eingesetzt.
LF 8/6 = Ist ein Löschgruppenfahrzeug mit 9 Mann Besatzung, einer eingebauten Pumpe mit einer Leistung von 800 Litern bei 8 Bar pro Minute und einem Wassertank mit 600 Litern Inhalt.
FF = Ist die Abkürzung für Freiwillige Feuerwehr.
AGT = Atemschutzgeräteträger. Sind speziell ausgebildete Feuerwehrleute, die mit einer umluftunabhängigen Atemluftversorgung auch in Bereiche gehen können, in denen z.B. durch Rauch sonst keine oder nur eine geringe Überlebenschance bestünde.
FTZ = Feuerwehrtechnische Zentrale. Ist quasi das Leger und die Werkstatt für alles was mit der Feuerwehr zutun hat. Hier werden die Schläuche gewaschen, getrocknet und wenn es sein muss auch repariert. Auch werden hier die Atemluftflaschen der AGT wieder aufgefüllt und die Schutzmasken gereinigt und desinfiziert. In Stade befindet sich zusätzlich noch die Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst mit an diesem Ort.

Fahrzeuge des Fachzugs Technische Hilfeleistung:
Einsatzleitwagen der FF Harsefeld
Hilfeleistungslöschfahrzeug der FF Harsefeld
Löschgruppenfahrzeug der FF Guderhandviertel
Hilfeleistungslöschfahrzeug der FF Apensen
Hilfeleistungslöschfahrzeug der FF Neukloster