Fehlende Rettungsgassen werden immer mehr zum Problem

In den letzten Wochen und Monaten habe ich beobachtet, dass immer mehr Menschen an dem Gesellschaftsspiel „Stau“ teilnehmen – es muss ein tolles Spiel sein! Leider hat diese Entwicklung auch ihre Tücken. Denn wenn der Grund für einen Stau zum Beispiel ein Unfall ist, müssen die Hilfskräfte auch dort hinkommen und das geht nicht immer. Unfälle zum Beispiel ereignen sich nicht immer direkt an einer Auffahrt, so dass den Rettern nur ein leichter Weg bevorsteht – nein, in der Regel müssen sich die Rettungskräfte einen Weg zum Einsatzort bahnen. Und da fangen die Probleme dann auch schon an…

Obwohl seit 1982 laut der Straßenverkehrsordnung (StVO) ein entsprechender Passus die Bildung einer sogenannten Rettungsgasse vorschreibt, klappt deren Bildung in der Realität immer schlechter. So müssen die sich die Retter vermehrt den Weg zum Einsatzort mühselig bahnen, wenn sie sich von hinten einem Stau nähern. Viele Kraftfahrer bleiben starr in ihrer Fahrspur stehen und fahren nicht wie vorgesehen an den entsprechenden Fahrbahnrand. Dabei ist das eigentlich gar nicht so schwer: So muss immer die Fahrbahn zwischen der ganzen linken Spur und der rechts danebenliegenden Spur freigehalten werden, so dass die Fahrzeuge von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdiensten und Abschleppfahrzeuge schnell zum Ort des Geschehens vordringen können und somit auch schnell der Stau Geschichte ist.

Die StVO schreibt dazu folgende Regelung vor:
„…§ 11 Abs. 2 StVO:
„Stockt der Verkehr auf Autobahnen und Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung, so müssen Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen in der Mitte der Richtungsfahrbahn, bei Fahrbahnen mit drei Fahrstreifen für eine Richtung zwischen dem linken und dem mittleren Fahrstreifen, eine freie Gasse bilden“…“ (Quelle: Gesetze im Netz)

Rettungsgassen retten Leben
So können die Aufkleber zum Beispiel verwendet werden. (c) Helmut Haring
Einige Aktionen sind in den sozialen Netzwerken inzwischen aktiv und versuchen so auf das Problem aufmerksam zu machen. Eine von ihnen ist zum Beispiel die Aktion „Rettungsgasse auf allen Autobahnen“, die seit einiger Zeit aktiv ist und neben ihrer Internetseite auch eine Seite bei Facebook betreibt und in ihrem eShop Aufkleber in verschiedenen Formaten und Farben vertreibt, um diese zum Beispiel auf Einsatzfahrzeugen oder privaten PKW zu platzieren.

Ich kann allen Kraftfahrern nur empfehlen, dass sie sich bei einer Staubildung kurz Gedanken machen in welcher Fahrspur sie sich befinden und dann entsprechend der gesetzlichen Vorschriften weiter nach links oder rechts fahren. Das tut insgesamt niemandem weh und der gesamte Ablauf geht viel schneller. Und liebe Kraftfahrer: Rettungsgassen sind zur Rettung da und nicht um schneller ein neues Bild für einen Facebook-Post zu bekommen! Das Nachfahren von Rettungsfahrzeugen ist verboten.