Parkplätze „… ich dreh‘ jetzt schon seit Stunden…“

Neulich bin ich mal wieder zum Einkaufen gefahren und konnte tolle Dinge erleben: Autos die quer über zwei Parkplätze stehen, Autos die neben den eigentlichen Parkreihen stehen, Autos die viel zu lang für die Parkbuchten sind und noch vieles mehr… Das ganze wäre ja eigentlich sehr amüsant, wenn man nicht gerade wegen solchen Parkplatzrüpeln mehr als Runde drehen müsste um einen eigenen Platz zu finden. Und dann laufen einem zwischendrin noch die Leute mit und ohne Einkaufswagen vors Auto, während man gerade versucht schrammenfrei am falsch parkenden T5 Familienbus vorbeizukommen. Und dann immer wieder Kinder – böse Falle.

Und nicht nur beim wöchentlichen Einkauf trifft man auf dieses Phänomen der Egoparker, nein eigentlich jeden Tag und überall. Als Pendler ärgere ich mich jeden Tag über diese Egoparker welche sich am Bahnhof so quer in eine Lücke stellen und damit gleich zwei Buchten belegen. Und wer jetzt meint das sind eh immer die „großen“ Wagen der irrt. Meine Erfahrungen zeigen hier, dass gerne mal Kleinwagen wie Corsa, Citygo oder Lupo soviel Fläche einnehmen, als hätte der Besitzer einen ganzen LKW in die Lücke gestellt. Dabei habe die freundlichen Fachkräfte vom Bau doch meistens schon so schön die Parkplätze gekennzeichnet – mal mit weißem Strich, mal mit Steinen, aber irgendwie doch immer. Und so bleibt einem auch morgens Früh um 7 Uhr auf dem Weg zur Arbeit nichts anderes übrig als mal eben eine zweite Runde über den P+R-Parkplatz zu drehen und zu hoffen, dass man irgendwo eine Lücke übersehen hat in die man sein Auto noch bugsieren und die Türen öffnen kann, ohne den Nachbarn zu beschädigen.

Und wer in der Stadt wohnt kennt auch dieses Schauspiel: Da werden große Gebäude geplant und gebaut, doch an die Bewohner wird nur mit einem müden Lächeln gedacht. Die werden schon eine Abstellplatz irgendwo in den Straßen finden oder sie zahlen halt die 40 Euro im Monat für einen Tiefgaragenstellplatz. Der Parkplatz als Marktsegment… 30 40 Euro und in manchen Stadtlagen sicherlich auch noch viel mehr, und warum? Weil sie es können. Fast jeder besitzt heutzutage ein PKW und möchte nicht das seinem „Baby“ etwas zustößt und weil freie Parkplätze Mangelware sind, kann man solche Flächen halt für viel Geld vermieten. Schönes Geschäft.

Und dabei könnten wir es auch hier viel leichter im Leben haben: Wenn sich die Egoparker mal angewöhnen würden die Flächen so zu benutzen wie sie gekennzeichnet sind; dann stehen bei Parkplatzanlagen mindestens zwei drei Stellplätze mehr zur Verfügung. Außerdem wäre es zu begrüßen wenn nicht immer wieder irgendwelche PKW in den eigentlich Straßen bzw. Wegen stehen würden, dass behindert nicht nur die normalen Fahrer die ein- oder ausparken wollen, dass kann auch zu Behinderungen von Hilfskräften führen. Auch bringt es nichts zu hupen, wenn jemand gerade versucht einzuparken. Es ist nicht jeder 100% sicher mit seinem Wagen – vielleicht ist er neu oder geliehen oder man ist zum ersten Mal in der Stadt – und wenn dann jemand auf die Hupe drückt, weil er selbst ja so viel besser ist, verunsichert das nur noch mehr.

Aber auch die Planer in den Städten, und zwar nicht nur die ganz großen wie Hamburg, müssen langsam einmal anfangen ihre Hausaufgaben zu machen. Wer jeden Tag zur Arbeit fährt und dort im Hinterhof der Verwaltung einen Parkplatz findet, der freut sich natürlich, doch gehen da die „kleinen“ Probleme mal schnell unter. Und man muss ja gar nicht alles mit Parkplätzen zu pflastern, eine ordentlichen Anbindung mit Bussen die auch die Bahnen erreichen und umgekehrt würde auch das ein oder andere Auto von den Pendlerplätzen fernhalten. Denn wer eh seine Monatskarte kauft und mit der es egal ist ob er mit dem Zug bis A fährt und dann mit dem Bus bis B weiter weil der Preis der gleiche ist, würde es sich bei einer gescheiten Verbindung sicherlich auch überlegen. Doch solange man mit dem Bus ankommt und der Zug weg ist oder erst gar kein Bus auf das Dorf fährt, fährt man halt mit dem eignen Auto, ist flexibel in der Zeit und spielt Roulette mit den Parkplätzen.

Solange nun aber alle an sich selbst denken, können wir immer wieder mit den Textzeilen von Herbert Grönemeyer „..ich dreh‘ jetzt schon seit Stunden hier so meine Runde, ich finde keinen Parkplatz und will zu dir mein Schatz!“ über die Parkplätze unsere Kreise drehen und hoffen das wir es mal schaffen. Ich wünsche gutes Gelingen! 🙂

P.S.: Der rote Wagen auf dem Bild stand als letzter Wagen in der Reihe, der dunkle daneben kam später und stellte sich auf die Fahrbahn, obwohl sichtbar noch richtige Plätze frei waren.