Der Frust mit dem E

Fast jeder kennt das: Man sitzt im Zug, im Bus oder der U-Bahn und will nur mal eben in die Nachrichten-App schauen, Emails abrufen oder bei einer Onlineauktion mitbieten – und dann geht nichts mehr. „Ein Fehler ist aufgetreten, ein Update ist nicht erforderlich“, diese oder ähnliche Fehlermeldungen stehen dann im Display. Gerade auf dem Land ist dies immer noch eins der Probleme die unsere moderne Welt mit sich bringt.

Doch was ist das Problem? Man startet seine App auf einem Mobiltelefon, gerne auch Handy oder Smartphone genannt, und hat vielleicht gerade gutes mobiles Internet mit 3G oder gar LTE – doch sobald die Verbindung auf E wie EDGE einbricht, geht bei vielen Apps nichts oder nicht mehr viel. Denn EDGE hat nur noch eine geringe Übertragungsrate für die mobilen Daten. Doch scheinen unsere neuen Apps häufig die Daten schneller zu brauchen um ordentlich arbeiten zu können. Und mir scheint es so, als ob die Programmierer der Apps inzwischen auch einfach davon ausgehen das überall LTE oder 3G zur Verfügung steht. Liebe Bastler, nein tut es nicht!

Mein Favorit für diese Entwicklung ist der DB Railnavigator der Deutschen Bahn. Man sitzt im Zug und bekommt per Lautsprecher zu hören dass man verspätet unterwegs ist und will nur schon mal schauen ob man eine andere Verbindung nehmen kann. Also Railnavigator auf und …. „Zeitüberschreitung“. Mist Netz! Denn obwohl man entlang vieler Bahnrouten mit Glück überhaupt noch EDGE-Empfang hat, kann man sich leider keine Daten mehr zeihen. Den ersten Versionen war E noch immer schnell genug, doch die Zeiten sind inzwischen vorbei. Auch bei eBay Kleinanzeigen beobachte ich dieses Phänomen immer wieder, man schaut durch die Kleinanzeigen und plötzlich bleibt der Bildschirm stehen – „ah, nur noch EDGE…“. Als Fehlermeldung bekommt man mitgeteilt dass man am Fehler arbeitet und kein Update erforderlich ist. eBay arbeitet also mit den Netzbetreibern zusammen? Quark… Und wer seine Amazonbestellung gerade fertig machen will, der sollte auch schauen ob das Netz ausreichend vorhanden ist, nicht das „es gerade länger dauert als gewöhnlich“ und anschließend nicht mehr nachvollziehbar ist ob man jetzt bestellt hat oder nicht.

Doch hier sind die Entwickler der Apps in der Pflicht ihre Anwendungen so zu gestalten, dass sie einfach weniger Daten fressen. Denn dann würden ja auch schwächere Verbindungen für eine saubere Übertragung ausreichen. Und wir als Anwender müssen uns fragen, ob man wirklich die HD-Videos in der Nachrichtenapp oder ähnliches brauchen wenn wir draußen sind. Und ich frage mich inzwischen auch immer öfter, brauche ich so viel Smartphone überhaupt? Neulich saß ich mal in der S-Bahn nach Hamburg und um mich herum saßen weitere neun Menschen, von denen sieben als „Smartphonezombies“ nur körperlich anwesend waren.

Aber nur auf die Entwickler von Apps zu schimpfen wäre auch unfair. Auch unsere lieben Netzbetreiber die zum Beispiel das „beste Netz“ „mit fast keinen Verbindungsabbrüchen“ bieten oder bei denen man „erleben kann, was verbindet“ sollten sich noch mal überlegen was sie falsch machen. In den Städten ist es in der Regel ja kein Ding mit einem Mobiltelefon unterwegs zu sein und an ausreichend zu kommen, doch man manchmal muss man halt übers Land fahren um in die Stadt zu kommen und hier muss das Mobilfunknetz genauso zuverlässig funktionieren, nicht wahr? Denn wofür brauche ich sonst 4 GB Datenvolumen wenn ich sie nicht abrufen kann weil die Apps streiken?

Was bedeuten EDGE, 3G oder LTE überhaupt?

EDGE – ist der Zwischenschritt von GPRS zu UMTS

EDGE (Enhanced Data Rates for GSM Evolution) wurde 2006 ausgebaut. Es nutzt wie GPRS das GSM-Netz. Durch EDGE lassen sich Datenübertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 220 kbit/s erreichen.

UMTS – ist die dritte Generation (3G)

Durch UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) wurde die Übertragungsgeschwindigkeit stark erhöht: Übertragungsraten von bis zu 384 kbit/s können erreicht werden. Durch die Erweiterung HSPA bekommt man eine maximale Datenübertragungsrate von bis zu 7,2 Megabit/s.

LTE

Mit LTE (Long Term Evolution) können Sie teilweise schneller als mit einem DSL-Anschluss ins Internet gehen: Datenraten von bis zu 100 MBit/s lassen sich hier erreichen, mit LTE-Advanced sogar bis zu 1 GBit/s.

(Informationen von chip.de)